Vorträge:
Meinberg, U.:
"MedienZENTREN und Mobilität - ein Widerspruch?",
AMH-Jahrestagung 2010, BTU Cottbus, 21.09.2010
EUROPEAN RESEARCH NETWORK ON CULTURAL DIVERSITY AND NEW MEDIA (CULTMEDIA)
"European Research Network on Cultural Diversity and New Media" (CULTMEDIA) – so lautet der Name eines sich derzeit konsolidierenden interdisziplinären und multinationalen Kooperationsverbunds. Hier folgen Überlegungen zu Ansatz und Zielsetzung. Diese greifen auch auf Ausarbeitungen einzelner "Netzknoten" sowie die Ergebnisse intensiver Diskussionen zwischen Mitgliedern von CULTMEDIA zurück, die hier nicht en détail ausgewiesen werden können.
Hintergrund für den Aufbau von CULTMEDIA sind die Ergebnisse einer Studie, die das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) in den Jahren 2000 und 2001 durchführte. Diese Studie war durch den Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages angeregt worden und hatte "bisherige und zukünftige Auswirkungen der Entwicklung Neuer Medien auf den Kulturbegriff, die Kulturpolitik, die Kulturwirtschaft und den Kulturbetrieb" zum Gegenstand. Sie konzentrierte sich – neben Überlegungen zum Wandel von Kulturverständnissen und Kulturkonzepten – auf die Themen "Neue Medien und Medienmärkte" sowie "Neue Produktions-, Vermittlungs- und Rezeptionsformen in ausgewählten Kulturbereichen (Literatur, Musik, Film)". Auf diese Weise wurden einerseits aktuelle Veränderungen im Bereich der Medien und der Medienmärkte, andererseits exemplarisch deren Auswirkungen auf "traditionelle" Kulturbereiche deutlich. Hinsichtlich dieser Veränderungen wurde zwischen dem kulturellen Produkt und seinen Produktionsformen auf der einen Seite (inhaltlich-gestalterische Ebene) und der Verbreitung sowie Rezeption von Kulturprodukten auf der anderen Seite (Marketing- und Kommunikationsebene) unterschieden.
Im Anschluss daran beabsichtigt CULTMEDIA nun, kulturelle Veränderungen im Gefolge der so genannten "Neuen Medien" vorrangig in folgenden zwei prioritären Hinsichten zu seinem Forschungsgegenstand zu machen: erstens bezieht es sich auf das Internet als dem Repräsentanten der neuen Medien; zweitens bezieht es sich auf solche kulturellen Praxen, die sich in den lebensweltlichen und systemischen Zusammenhängen der alltäglichen Nutzung dieses sozio-technischen Mediums verändern. Neben generellen interdisziplinären Analysen geht es dabei in erster Linie um multinationale Vergleiche.
